WA028 Little Caesar

Der Auftakt zur Gangster-Ganoven-Polizisten-Reihe von Max. Zum Einstieg befassen wir uns mit Mervyn LeRoys Der Kleine Caesar von 1931. In der Hauptrolle gibt Edward G. Robinson den “Titelhelden” Caesar Enrico Bandello. Dazu gesellen sich Douglas Fairbanks Jr. und Thomas E. Jackson. Der Film aus den Warner Bros.-Studios zeigt einen der ersten Filme des berühmten “Aufstieg und Fall eines Gangster”-Thema. Neben den diversen Klischees interessieren wir uns vor allem für die Schauspielerleistungen sowie diverse Symbole und auch die Kameraarbeit.

Der Film im Netz: OFDb* | IMDb | moviepilot

3 Kommentare

  1. Intergalactic Ape-Man

    Mit dem Film geht ihr doch relativ hart ins Gericht. Was für den Gangsterfilm dieser Zeit prägend ist, besteht zum einen ja aus dem Zusammenhang Depression und dem Ringen um Publikum der Kinos und der Filmschaffenden mit realistischen/harten Stoffen, was dann schnell durch die Akzeptanz des Hays Code bei den Majors zerschlagen wurde und uns neben des relativen Scheiterns des Verbrechers aber ja auch so prägnante Zwischentöne beschert hat, wie sie gerade im Film Noir so stilbildend waren. Beachtenswert ist definitiv auch die Gegenwärtigkeit der Prohibition, welche den Aufstieg so zwielichtiger Figuren wie Al Capone oder dem hier behandelten Sam Cardinella ermöglicht hat.
    Die Tontechnik zu dieser Zeit machte übrigens ein Mischen mit Filmmusik wie auch die nachträgliche Synchronisation noch relativ schwer. Aus diesem Grund etwa gibt es für die 31er Wallace-Verfilmung Der Zinker auch eine in jüngster Zeit komponierte Filmmusik, welche die Wirkung durchaus beeinflusst. Max Steiners King Kong Score war 1933 eine der ersten durchgängigen Filmmusiken.

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    1. Max (Beitrag Autor)

      Ahoi!

      Uns bleibt doch gar nichts anderes übrig, als mit dem Film hart ins Gericht zu gehen. es geht doch um Gangster! 🙂 Mir ist aber beim Nachhören aufgefallen, dass ich wieder einen riesigen Bock geschossen habe, als ich behaupte, die Treppenszene in Scarface wäre x-tausendmal zitiert worden. Ich meinte natürlich Panzerkreuzer Potemkin (dann u. a. ja bei de Palmas The Untouchables und wiederum The Naked Gun aufgegriffen). Dass wir die Prohibitions-Thematik gar nicht groß besprochen haben, ist wohl richtig, vielleicht ja mehr dazu bei einer späteren Folge. Das ist aber auch etwas, was Christian und ich im “Gespräch nach dem Gespräch” durchaus mal feststellen, dass wir eigentlich noch dieses und jenes hätten erwähnen können. Da hat dieses notizenlose Gespräch direkt nach einem Film natürlich auch seine Nachteile. Das Format sehe ich aber trotzdem als ungeheuer reizvoll an, da man – gerade bei einer Erstsichtung – nicht wirklich einen großen Filter hat und dadurch sicher auch mal Sachen rauskommen, die mit etwas mehr Überlegung völlig daneben erscheinen.

      Was die Musik angeht, waren meine Äußerungen dazu eher als Denkanstoß gedacht, nicht als Kritik. Und obwohl ich die Folge eben gehört habe, kann ich nicht genau sagen, was ich nun direkt in der Folge gesagt habe und was erst anschließend. Durch das Erscheinungsjahr musste ich auch direkt wieder an den Universal-Dracula denken, wo ja zum Auftakt Schwanensee(?) ertönt und dann “Ruhe” in Sachen Musik ist. ich finde das ungeheuer (Kalauer!) interessant, diese Zeit des hm… Wandels/Umbruch zum Tonfilm.

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  2. Christian

    Ich war ziemlich enttäuscht bei dieser ersten Sichtung vom Cäsaren. Besonders im Vergleich zu “The Public Enemy” aus dem gleichen Jahr, bei dem Drehbuch und Regie in einer ganz anderen Liga spielen.
    Douglas Fairbanks Jr. ist so blaß wie selten und die meisten anderen Darsteller sind verdammt dazu, reine Abziehbilder ohne Komplexität zu spielen. Dank dem begnadeten Edward G. Robinson entsteht zumindest bei Rico eine Tiefe, die im Drehbuch offenbar völlig unterentwickelt ist. Die visuelle Inszenierung ist bis auf die erwähnten (und wirklich großartigen) Ausnahmen überraschend ambitionslos.
    Dass dieser Film, wie viele Andere aus seiner Zeit, das Genre der Prohibitions-Krimis entscheidend beeinflußt hat, steht selbstverständlich außer Frage. Die hier aufgefahrenen Stereotypen, werden auch heute noch genauso unreflektiert im Kino wiedergekäut. Und dieses Material hat Regisseure wie Coppola und Scorsese offensichtlich bei ihren ganz eigenen Gangster-Epen inspiriert.

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