Nach Die Söhne der großen Bärin gibt Christian dem Gojko-Mitic-DEFA-Western noch eine Chance. Haben wir mit dem Film – der immerhin ein Hörer-Tipp ist – etwa selbst einen gravierenden Fehler begangen? Zufrieden sind wir mit dem Gesamtpaket nicht. Zu viele Stolpersteine liegen im Wege des durchaus sehenswert besetzten DEFA-Western (u. a. Armin Müller-Stahl und Rolf Hoppe). Hilfssheriff Max lässt zunächst nicht alle Hoffnung fahren und sucht sich wenigstens einzelne positive Lichtblicke. Aber der gnadenlose Gunslinger Christian hat jede Menge Kritik im Revolver. „WA090 Tödlicher Irrtum“ weiterlesen
Aufgenommen am 20.03.2016
Wir waren im Kino, denn es gab feinstes 35mm vom Ernemann-Projektor serviert. Und vor unseren und den Augen der anderen rund 150 Zuschauer des proppenvollen Saals entspann sich eine Krimiklamotte mit feinstem Ironieanstrich. Auch Hände hoch oder ich schieße war 1965 noch während der Produktion durch das ZK der SED gestoppt worden, erst 2009 kam es zur Fertigstellung und erstmaligen Aufführung des Films. Wir sinnieren über die Verbotsgründe und das schwankende Humorlevel.
Der Film im Netz: OFDb*
Aufgenommen am 15.03.2016
Wir verlassen kurz die Welt der DEFA-Verbotsfilme von 1965/66 und jetten über den großen Teich nach Chicago, in die Welt der Neonlichter und zwielichtigen Gesellen. Und der deutschen Musik-Formation Tangerine Dream! Wir haben Michael Manns Thief (in Deutschland Der Einzelgänger) im Director’s Cut geschaut. Und uns anschließend intensiv über die merkwürdige Faszination der eigentlich doch nur bedingt sympathischen Hauptfigur ausgetauscht, über Michael Manns Detailversessenheit gegrübelt und auch einfach ein bisschen den Film genossen.
Der Film im Netz: OFDb*
Aufgenommen am 09.03.2016
Der zweite und abschließende Rückblick auf die Retrospektive der Berlinale 2016 führt vor allem in die Frühphase des Aufbruchs einer neuen Generation von westdeutschen Filmemachern. Außerdem erzählt Christian von der Vorführung eines zensierten Rohschnitts von Jahrgang 45, bei der überraschend auch der Regisseur Jürgen Böttcher anwesend war. Für weitere Eindrücke von der Berlinale empfehlen wir die Sonderausgabe bei der Second Unit.
Aufgenommen am 05.03.2016
Der dritte „Verbotsfilm“ aus dem DEFA-Jahrgang 1965 führt uns in die Arbeitswelt der Energieversorgung. Leistungsdruck und Geltungsdrang kennzeichnen die Leitungsebene. Ingenieur Solter wird zu einer riskanten Abnahme genötigt und bekommt es anschließend mit dem Staatsanwalt zu tun. Präzise und kritisch demontiert Regisseur Günter Stahnke verkrustete Führungsstrategien. Ob das für die Zuschauer packend inszeniert wurde, klären wir im ausführlichen Filmgespräch und beleuchten dabei auch die Hintergründe des damaligen Verbots. „WA087 Der Frühling braucht Zeit“ weiterlesen
Aufgenommen am 11.02.2016
Der erste von zwei Reiseberichten direkt von den 66. Internationalen Filmfestspielen Berlin. Dort ist Christian ausschließlich im Programm der Retrospektive und Hommage unterwegs. Es erwarten euch akustische Eindrücke direkt aus dem Kinosaal bis hin zu angeregten Filmgesprächen in der U-Bahn. Viel Vergnügen beim Zuhören!
Aufgenommen am 18.02.2016
Von den Verbotsfilmen hüpfen wir wieder zu einem „erlaubten“ Film, der 1966 in die Kinos der DDR kam. Und mit ihnen ein neuer Star: Gojko Mitic! In Die Söhne der großen Bärin folgen wir Mitics Indianerfigur durch jede Menge Konflikte mit Grenzern, der Armee und anderen Indianerstämmen. Dabei sehen wir durchaus Potenzial in dem Film. Wenn, ja…, wenn da nicht der Schnitt wäre und die vielen angerissenen Persönlichkeiten und die vielen Handlungsstränge. Ja, es war nicht das größte Filmvergnügen. Mehr erfahrt ihr natürlich beim Reinhören.
Der Film im Netz: OFDb*
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Aufgenommen am 09.02.2016
Für die Wiederaufführung bin ich unterwegs auf der Retrospektive der diesjährigen Berlinale. Während Max daheim in Rostock das Programmkino am Laufen hält, mache ich mich jeweils an den zwei Festivalwochenenden auf in die Hauptstadt und genieße dort das gewohnt hervorragend kuratierte Retro-Programm.
Kein Zufall, dass auch dort das deutsche Kino der 60er Jahre im Fokus steht, das wir mit euch derzeit in unseren aktuellen Podcast-Ausgaben entdecken. Das Thema lautet „Deutschland 1966 – filmische Perspektiven in Ost und West“ und wird umfassend in der lesenswerten Programmbroschüre vorgestellt. Parallel dazu läuft eine Hommage an den Kameramann Michael Ballhaus, sowie eine feine Auswahl neuester Restaurationen von Filmklassikern wie Der müde Tod von Fritz Lang.
Nachfolgend findet ihr eine Übersicht aller Filmvorstellungen und Veranstaltungen die ich wahrnehmen werde. Der Online-Kalender ist immer auf dem neuesten Stand, auch wenn durch unvorhergesehene Zwischenfälle Änderungen auftreten, wie z.B. ausverkaufte Vorstellungen (soll ja vorkommen auf der Berlinale). Wer auch vor Ort ist und mal Hallo sagen möchte, meldet sich einfach kurz in den Kommentaren oder erreicht mich direkt per Twitter (@ansatzweise). Ich freue mich auf viele schöne Stunden im Kinosaal und anregende Gespräche mit euch davor und danach.