Die Bundesrepublik nach der vermeintlichen Stunde Null: Fassbinder macht daraus ein forderndes und bedeutungsschwangeres Melodram. Gemeinsam mit Christian Steiner vom Film-Podcast Second Unit, bei dem wir auch schon in Ausgabe 229 den Dokumentarfilm Fassbinder diskutierten, besprechen wir nun Die Ehe der Maria Braun. Wobei schlug unser Herz? In welchen Momenten dampfte uns der Kopf? Und verrät uns der Film auch etwas über unsere deutsche Gegenwart?
Aufgenommen am 23.06.2017
Coppola nimmt sich viel Zeit, den vermutlich widerlichsten Antihelden von Hollywood seine unheilvollen Fäden ziehen zu lassen: Michael Corleone reißt die bereits verfluchte Familiendynastie in den sicheren Abgrund. Parallel sehen wir den blutigen Aufstieg seines Vaters als Rückblende. Wir besprechen diese Parabel auf die amerikanische Geschichte und freuen uns über die ausufernde Inszenierung.
Aufgenommen am 31.03.2017
Peckinpah drehte direkt nach dem blutigen Abgesang auf den Western-Mythos ein Kammerspiel unter freiem Himmel, mitten in der knochentrockenen Prärie. Geschossen wird kaum, dafür aber viel gesungen. Eine letzte Romanze, ein wehmütiger Rückblick. Die nächste Zeit bricht bereits an und es scheint keinen Platz mehr für Menschen wie Cable Hogue zu geben.
Diese Folge ist Teil einer Reihe, in der deutsche Filmpodcasts Western zu Ostern besprechen – klickt euch durch zum Hashtag #oWEstern auf Twitter und findet weitere Ausgaben bei Spätfilm, SecondUnit, Lichtspielcast und CineCouch.
Aufgenommen am 06.04.2017
Die Familie als zentraler Fluchtpunkt der Gesellschaft. Eine äußerst wirksame Kraft, die uns Menschen antreibt, zusammenhält und auch voneinander trennen kann. Wir sehen uns an, wie sich bei Der Pate all das auf einer schwelgerischen Mafia-Tragödie abbildet. Und dann dieses Ende! Gute Unterhaltung bei unserem Gespräch. Passend dazu empfehlen wir unsere Podcast-Kollegen vom Spätfilm für sehr umfangreiche Hintergrundinfos und die Second-Unit für ein Filmgespräch zur gesamten Trilogie.
Aufgenommen am 21.03.2017
Ein Lieblingsfilm von Christian. Jugendliche suchen nach Sinn und Halt in einem aussichtslosen Leben an einem verlorenen Ort in Texas. Niels vom Filmpodcast CineCouch sieht dieses karge Stück des New-Hollywood zum ersten Mal. Wir sprechen über erstaunliche Spannungskurven angesichts dieser trostlosen Welt, bemerken die unbekümmert offen thematisierte Sexualität und loten aus, ob der Film auch das Herz von Niels erobern kann.
Die erste Lieblingsfilmrunde zu Joint Security Area könnt ihr auf der CineCouch nachhören.
Aufgenommen am 01.03.2017
„I’m an englishman in New York Mexico.“ Frei nach dieser abgewandelten Titelzeile folgen wir David Bowie in Nicolas Roegs The Man Who Fell to Earth, in dem ein „Alien“ (das Wortspiel geht im Deutschen leider völlig verloren, ist der Begriff im Englischen doch gleichzeitig als „Außerirdischer“ wie auch „Fremder“ oder „Ausländer“ zu verstehen) in die USA kommt. Max hatte den Film in der Schatzkiste auf die große Kinoleinwand des li.wu. gebracht und erstmals gesehen. Christian hatte schon mehrfach Begegnungen mit dem Streifen. Gemeinsam denken wir nach über fremde Blicke, symbolische Bilder und Erwartungen der Zuschauer.
Patrick und Daniel vom Podcast Bahnhofskino haben in Folge 154 ebenfalls über diesen Film gesprochen. Klare Hörempfehlung!
Veröffentlicht am 20.11.2016
Wie setzten die Menschen vor und hinter der Kamera ihre filmische Arbeit bei der DEFA fort, nachdem 1965 das Kahlschlagplenum fast ihre gesamte Jahresproduktion im Giftschrank der Ungehorsamen verschwinden ließ? Das ein halbes Jahrzehnt später produzierte Beziehungsdrama Der Dritte bietet vielleicht einen kleinen Eindruck dazu: Alltag im Fokus, Gesellschaftskritik fast unmerklich, gefällige Unterhaltung. Im Filmgespräch verraten wir euch, dass wir daneben noch sehr viel mehr entdecken und genießen konnten.
Aufgenommen am 24.10.2016
In Ausgabe 105 beschäftigen wir uns mit der DDR-Tschechoslowakei-Ko-Produktion – an der auch das Fernsehen der DDR beteiligt war und wo der Film kurz vor Weihnachten 1974 seine Erstaufführung erfuhr – Jakob der Lügner von Frank Beyer. Wir erinnern uns noch an dessen große Kino-Bilder bei Spur der Steine. Doch in Jakob werden wir in karge Umgebungen und eine trostlose, hoffnungslose Welt geworfen. Hörbar bewegt durch Schauspiel und Inszenierung machen wir uns unsere Gedanken zu dem Film.
Aufgenommen am 11.10.2016