WA108 The Man Who Fell To Earth

“I’m an englishman in New York Mexico.” Frei nach dieser abgewandelten Titelzeile folgen wir David Bowie in Nicolas Roegs The Man Who Fell to Earth, in dem ein “Alien” (das Wortspiel geht im Deutschen leider völlig verloren, ist der Begriff im Englischen doch gleichzeitig als “Außerirdischer” wie auch “Fremder” oder “Ausländer” zu verstehen) in die USA kommt. Max hatte den Film in der Schatzkiste auf die große Kinoleinwand des li.wu. gebracht und erstmals gesehen. Christian hatte schon mehrfach Begegnungen mit dem Streifen. Gemeinsam denken wir nach über fremde Blicke, symbolische Bilder und Erwartungen der Zuschauer.

Patrick und Daniel vom Podcast Bahnhofskino haben in Folge 154 ebenfalls über diesen Film gesprochen. Klare Hörempfehlung!

Veröffentlicht in Getagged mit: , ,

WA107 Der Dritte

Wie setzten die Menschen vor und hinter der Kamera ihre filmische Arbeit bei der DEFA fort, nachdem 1965 das Kahlschlagplenum fast ihre gesamte Jahresproduktion im Giftschrank der Ungehorsamen verschwinden ließ? Das ein halbes Jahrzehnt später produzierte Beziehungsdrama Der Dritte bietet vielleicht einen kleinen Eindruck dazu: Alltag im Fokus, Gesellschaftskritik fast unmerklich, gefällige Unterhaltung. Im Filmgespräch verraten wir euch, dass wir daneben noch sehr viel mehr entdecken und genießen konnten.

Veröffentlicht in Getagged mit: , , ,

DOK Leipzig 2016 – Böse Kinder

In der diesjährigen Retrospektive schaut man bei der DOK Leipzig in die Dokumentarfilmgeschichte von Polen. Aufgeteilt in verschiedene Themenblöcke mit ganz unterschiedlichen Formaten ergibt sich ein facettenreicher gesellschaftlicher Einblick. Zusammen mit seiner Gästin Christina entdeckte Christian den Filmblock Böse Kinder 1 und sie teilen in diese Ausgabe tief bewegt ihre Eindrücke.

Veröffentlicht in Getagged mit:

WA106 Opfergang

Veit Harlan, seine Zeichens Regisseur von Nazi-Propagandafilmen wie Jud Süss und Kolberg drehte bereits 1942 mit Opfergang einen (Alp)Traum in Agfacolor, bei dem einem die Augen übergehen. Wir beschäftigen uns damit, ob wir den Film angesichts seiner Entstehungszeit genießen können und welche mehr oder minder subtil eingebauten Weltansichten uns sauer aufstoßen. Verbunden mit einigen hochinteressanten Aspekten der Inszenierung ergibt sich so ein aufwühlend wechselhaftes Filmgespräch.

Veröffentlicht in Getagged mit: , ,

WA105 Jakob der Lügner

In Ausgabe 105 beschäftigen wir uns mit der DDR-Tschechoslowakei-Ko-Produktion – an der auch das Fernsehen der DDR beteiligt war und wo der Film kurz vor Weihnachten 1974 seine Erstaufführung erfuhr – Jakob der Lügner von Frank Beyer. Wir erinnern uns noch an dessen große Kino-Bilder bei Spur der Steine. Doch in Jakob werden wir in karge Umgebungen und eine trostlose, hoffnungslose Welt geworfen. Hörbar bewegt durch Schauspiel und Inszenierung machen wir uns unsere Gedanken zu dem Film.

Veröffentlicht in Getagged mit: , , ,

WA104 Onibaba

鬼婆 – Onibaba, lässt sich mit “Dämonin” ins Deutsche übersetzen. Der deutsche Untertitel “Die Töterinnen” legt ebenfalls einen Horrorfilm nahe. Warum das bei diesem schweißtreibenden Psychodrama gar nicht so abwegig ist, erfahrt ihr von uns aus erster, verstörter Hand. Schwarzweißes Cinemascope, expressionistisches Schauspiel und brutale Ehrlichkeit stellen unsere Aufmerksamkeit auf eine intensive Probe. Diese Kinoglücksmomente für uns Zelluloid-Archäologen werden auch diesmal für euch zum erregenden Hörvergnügen.

Veröffentlicht in Getagged mit: , , ,

WA103 Deliverance

Beim Sterben ist jeder der Erste schwadroniert der deutsche Kinotitel. Der zugrundeliegende Roman von James Dickey heißt hierzulande ganz nüchtern Flussfahrt. Vier Männer sind unterwegs mit dem Kanu auf Abenteuertour und stoßen dabei auf menschliche Abgründe. Merken sie, dass sie in einen Spiegel starren und die Erlösung – wie sie der Originaltitel verspricht – niemals kommen wird? Für uns ist das natürlich allerbester Gesprächsstoff. Wir freuen uns auf eure Eindrücke von dieser düsteren Reise.

Veröffentlicht in Getagged mit: , ,

WA102 The Deer Hunter

Der Krieg frisst zuerst die Seelen seiner Protagonisten und Nebenfiguren. In der Gestaltung kompromisslos einseitig und verstörend brutal, lässt sich Die durch die Hölle gehen auch als rassistisches Versehrtenbalsam missverstehen. Wir reflektieren die Kontroversen, beleuchten die psychologisierende Bildsprache und ordnen unsere Gefühle gegenüber diesem außergewöhnlichen Epos.

Veröffentlicht in Getagged mit: , ,

WA101 Theatre Of Blood

Blutige Morde garniert mit Zitaten von Shakespeare. Die britische Gruselgroteske “Theater des Grauens” spart nicht an abstrusen Momenten und Figuren. Wir diskutieren über nicht verhandelbares wie Geschmack oder Humor und geraten erwartungsgemäß in die Sackgassen unserer subjektiven Ansichten. Am Ende schlägt sogar ein Blitz ein. Auch offene Fragen beantworten wir, z.B. wie lange unsere Sommerpause dauern wird und ob es den skandalösen Ai no kurida in der ARTE-Mediathek gibt. Allerdings haben wir dabei nicht immer recht.

Veröffentlicht in Getagged mit: , ,

WA100 Ai no kurîda

Es ist tatsächlich vollbracht! Die 100. Folge Wiederaufführung ist Wirklichkeit geworden! Wir schwelgen ein wenig in Erinnerungen an die bisherigen 99 regulären und 21 Sonderausgaben, freuen uns über eingeschickte Audioglückwünsche befreundeter Podcasts und servieren uns selbst eine Reise zu Im Reich der Sinne. Darin geht es um die historische Figur der Abe Sada, welche 1936 festgenommen worden war, als man in ihrer Handtasche einen Penis fand. Und Nagisa Ôshimas Film ist definitiv nicht zimperlich, enthält Hardcoreszenen, ohne jedoch rein exploitativ zu sein. Wir grübeln über Motive und Episoden des Films und stellen fest, dass uns so manch historischer Hintergrund, manche Erklärung zur japanischen Gesellschaft sicher gut getan hätten. Aber die Wiederaufführung wäre nicht die Wiederaufführung, wenn nicht auch in Folge 100 wieder jede Menge gefährliches Halbwissen und steile Thesen dabei wären.

Veröffentlicht in Getagged mit: , ,